Bilderbücher  >  Zum Vorlesen
Allumette von Ungerer, Tomi, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Außergewöhnliches

Allumette

Ungerer, Tomi

Übersetzung: von Cramer-Klett, Anna

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Diogenes

Empfohlen ab: 6 Jahre

ISBN: 9783257005684

Inhalt

Das kleine Mädchen Allumette ist hungrig, sie ist müde und halb erfroren. In den Straßen ist Weihnachten, und die Geschäfte quellen über von Geschenken und allerlei Tand. Doch Allumette kann nur staunend die Schaufenster betrachten. In ihrer Not schickt sie einen verzweifelten Wunsch in die Welt, und ein unerhörtes Wunder geschieht.

Bewertung

Allumette ist ein kleines, hageres Mädchen, das in den Straßen versucht Streichhölzer zu verkaufen. Sie ist hungrig, ausgemergelt, sie friert, und keiner will ihre Streichhölzer kaufen. An einem kalten Abend in der Weihnachtszeit, behandelt der Bäcker sie ganz besonders schlecht, und es scheint, als wolle ihr kleiner dünner Körper nun auch aufgeben. Aber plötzlich passiert etwas völlig unglaubliches. Auf einmal fallen alle Dinge, die Allumette sich jemals gewünscht hat, vom Himmel auf sie hinab. Kuchen, Schinken, Spielzeug, Möbel, Tiere, Instrumente und einfach jeder einzelne Wunschtraum des Mädchens geht in Erfüllung. In einer Nacht landen tonnenweise Waren in der Stadt. Allumette fängt an, alles was sie da bekommen hat, zu verschenken. Hilfsbedürftige aus der ganzen Stadt, später auch aus der Umgebung kommen, und sie gibt ihnen, was ihnen fehlt. Der fiese Bäcker sieht, dass er schlecht war, und hilft ihr dabei. Die Reichen sehen ebenfalls, wieviel Hilfe benötigt wird, und fangen an, weitere Dinge zu bringen, die verteilt werden können. Und so entwickelt sich aus dem ganzen Geben und Nehmen, eine große Hilfsorganisation, angeführt von Allumette.

 

Tomi Ungerer nimmt hier ein bekanntes Märchen, dessen Ende alles andere als nett ist, und verwandelt es in eine Geschichte über Großmut, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft. Das kleine arme Mädchen bekommt endlich alles, wonach sie sich jemals gesehnt hat. Anstatt es egoistisch für sich zu behalten, gibt sie es weiter an andere Bedürftige, während die Wohlhabenden zuschauen, zunächst entrüstet über die Belästigung, dann aber entsetzt über ihre eigene Selbstsucht.

Der Autor klärt nicht darüber auf, ob der zweite Teil der Geschichte vielleicht nur ein Fiebertraum eines schwachen, unterernährten Mädchens ist. Immerhin ist es ziemlich selten, dass Ware plötzlich vom Himmel fällt. Aber selbst wenn der zweite Teil des Buches nur ein weiterer Wunschtraum im Kopf von Allumette ist, so bleibt er ein erstrebenswerter Traum.

Oder will Tomi Ungerer uns darauf hinweisen, dass es wohl erst eines Wunders bedarf, damit die Menschen sich vereinen, um anderen zu helfen? Auf jeden Fall bietet das Buch viele Schichten, über die man sich auch als Erwachsener mal Gedanken machen könnte. Für Kinder ist das Buch ein tolles Märchen, mit wichtigen Botschaften über Nächstenliebe und Selbstlosigkeit. Auch die Illustrationen sind sehr schön, voller kleiner Details, die es zu entdecken gilt. Die Farbpalette sowie die Figuren, erinnern an Filme über die Nachkriegszeit.

 

Sabrina Kalmykov :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Außergewöhnliches