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Das schwarze Loch in mir

Johansen, Anders

Übersetzung: Haefs, Gabriele

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Beltz & Gelberg

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783407821720

Inhalt

Ganz Fjeldvig ist in Unruhe, denn ein Tunnel soll das völlig abgeschiedene Dorf mit dem Rest des Landes verbinden. Auch der autistische David fürchtet die Veränderungen, die das »schwarze Loch« auslöst. Zum Glück hat er seinen Bruder Peter, der seine behütete Welt zu erhalten versucht. Doch Peters plötzlicher Entschluss, Fjeldvig durch das »schwarze Loch« zu verlassen, lässt Davids Leben zusammenbrechen und löst einen tragischen Unfall aus.

Bewertung

Der Roman „Das schwarze Loch in mir“ von Anders Johansen ist die einfühlsame Geschichte über David, einen Jungen mit Autismus, der mit radikalen Veränderungen in seinem Leben zurecht kommen muss.

David hat sein gesamtes Leben auf den Färöer-Inseln verbracht, einer abgelegenen Inselgruppe zwischen Norwegen und Island, die durch das Storjfeld-Gebirge so vom Festland abgeschnitten ist, das Waren per Helikopter, Schiff oder mühsam über das Gebirge transportiert werden müssen. Es ändert sich jedoch alles mit dem Beschluss der Landesregierung einen Tunnel durch das Storjfeld zu sprengen und Davids Dorf so mit dem Festland zu verbinden. Davids heile Welt, mit seinem großen Bruder als Beschützer und der Sicherheit, die ihm immer gleiche Tagesabläufe bieten, beginnt Risse zu bekommen.

Als dann auch noch heftiger Streit ausbricht, neue Inselbewohner zu der kleinen Dorfgemeinschaft stoßen und David in die Pubertät kommt, wird es ihm irgendwann zu viel und ein schreckliches Unglück passiert.

 

Das Cover des Buches passt meiner Meinung nach sehr gut zum Roman, da es den Schauplatz der Geschehnisse, die Insel, abbildet. Zusätzlich spielen die Vögel, die jedes Jahr auf der Insel brüten, ebenfalls eine wichtige Rolle für die Dorfbewohner und David und passen daher ebenfalls gut. Der

Roman wurde aus der Ich-Perspektive von David geschrieben. Der Autor hat sehr geschickt in seinem Schreibstil Davids Autismus verarbeitet, wodurch man als Leser die einzigartige Möglichkeit hat, die Welt aus der Perspektive eines autistisch veranlagten Jungen zu sehen und in seine Gedankenwelt einzutauchen. Die Ich-Perspektive lässt einen zudem die Veränderung, die David durchläuft miterleben und so seine Handlungen, die von Außen eher unverständlich wirken, nachvollziehen.

Dadurch, dass den gesamten Roman über ständig etwas neues passiert und weitere Veränderungen hinzu kommen, ist die Geschichte alles andere als langweilig. Zudem gibt es immer wieder Zeitsprünge in Davids frühe Kindheit, die sein Verhalten erklären oder dem Leser Autismus näher bringen und damit Verständnis für David wecken.

 

Der Roman „Das schwarze Loch in mir“ ist ein interessantes Buch, das den Leser in die Gedankenwelt eines heranwachsenden, autistischen Jugendlichen führt, dessen Welt gerade dabei ist, sich komplett zu verändern. Empfehlen würde ich dieses Buch sowohl Jungen als auch Mädchen ab 13 Jahren, als auch Erwachsenen, die sich für Autismus und das Leben auf einer abgelegenen Insel interessieren, oder einfach ein tolles Buch lesen möchten. Ich vergebe 4 Sterne.

 

Annina Hacheney (18) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie, Anders sein