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Das verdammte Chaos im Mikrokosmos von Weber, Anke, Jugendbücher, Aus dem Leben, Erwachsenwerden, Freundschaft, Liebe, Tod & Trauer

Das verdammte Chaos im Mikrokosmos

Weber, Anke

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Oetinger

Empfohlen ab: 13 Jahre

ISBN: 9783789151323

Inhalt

Inspiriert von einem Spruch auf einer Cornflakes-Packung und aus Angst, das geliebte Zuhause zu verlieren, beschließt die 16-jährige Milla, den Tod ihres Großvaters, bei dem sie aufgewachsen ist, zu verheimlichen. Milla vergräbt die Leiche im Garten und vertraut sich nur ihren besten Freunden an. Kurz darauf lernt sie Tim kennen. Auch Tim wird bald sterben, und Milla plant gemeinsam mit ihm sogar die Details seiner Beerdigung. Doch je besser sie Tim kennenlernt, desto mehr fühlen die beiden sich zueinander hingezogen und entdecken, wie wunderschön das Leben sein kann.

Bewertung

Millas Opa ist gestorben. Und da ihre Eltern schon längst tot sind und die 16-Jährige Angst hat, im Jugendheim zu landen, beschließt sie, den Opa im Garten zu begraben und niemandem von dessen Tod zu erzählen. Dass das nicht lange gut gehen kann, ist vorprogrammiert: bald erfahren Millas engste Freunde davon. Doch anstatt dieses Ereignis brühwarm weiterzuerzählen, unterstützen diese Milla bei ihrem alltäglichen Kampf um die Geheimhaltung des Todes. Auch wenn Milla nun viele Erwachsenendinge selbst erledigen muss, findet sie immer noch Zeit, mit ihren Freunden unbeschwerte Nachmittage am See oder im Wald zu verbringen. Merkwürdig wird es jedoch, als Milla ein Praktikum ausgerechnet bei einem Bestattungsinstitut anfangen muss. Dort arbeitet sie begeistert an einem bunt bemalten Sarg– bis ein noch nicht einmal 18-Jähriger „Kunde“ – Tim – diesen Sarg für sein eigenes Begräbnis ins Auge fasst. Tim ist an Krebs erkrankt. Schlimm genug, dass der nette und attraktive Tim bald nicht mehr unter den Lebenden weilen könnte – jetzt soll Milla auch noch einen Sarg für denjenigen Jungen bemalen, den sie so schnell in ihr Herz geschlossen hat. Milla beweist jedoch in all ihren Lebenslagen ungemeine Stärke – hat sie schließlich den Tod ihrer Eltern und Großvater überwunden und meistert einen ganzen Haushalt inklusive Hund allein. Doch könnte sie den Tod noch eines lieb gewonnenen Menschen überstehen?

 

Zugegeben – als ich das Buch in den Händen hielt und das etwas skurrile Cover betrachtete, war ich mir ob der Entscheidung, dieses Buch zu lesen, nicht mehr so sicher. Außerdem – wie komisch ist es, seinen eigenen Großvater in einem provisorischen Holzkasten im Garten zu vergraben? Äußerst komisch. Und so hegte ich einige Zweifel, als ich anfing, das Buch zu lesen.

Zu Anfang war der Roman doch etwas merkwürdig, aber spätestens ab der Hälfte nahm er eine positivere und klarere Stellung ein. Milla durchlebt den typischen Teenageralltag – ohne nervige Eltern aber mit Jungs zum Verlieben. Besonders hat es ihr Tim angetan, der - von seiner Krankheit geprägt - reifer wirkt und eine tolle Botschaft zu Milla und dem Leser trägt: „Selbstbewusstsein bedeutet ja nicht, dass du naiv durchs Leben taumelst. Es geht doch darum, sich seiner selbst bewusst zu sein.“ Dieser Satz und viele andere kleine, versteckte Weisheiten zeigen dem Leser zudem auf, wie wichtig eine gute Freundschaft und Nächstenliebe über alle Altersgruppen hinaus sind. 

 

Das Buch ist trotz der Skurrilität auch für jüngere Leserinnen ab 13 Jahren geeignet. Zu Anfang war ich zugegebenermaßen etwas skeptisch, aber das Buch, das flüssig zu lesen ist, hat mich bis zum Schluss gefesselt. Und das ist es, was für mich ein gutes Leseerlebnis ausmacht: ein unterhaltsames, spannendes Buch mit einer Prise Weisheit.

 

Miriam Thiel (19) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Erwachsenwerden, Freundschaft, Liebe, Tod & Trauer