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Dazwischen Ich von Rabinowich, Julya, Jugendbücher, Aus dem Leben, Alltag & Familie, Erwachsenwerden, Freundschaft, Zeitgeschehen

Dazwischen Ich

Rabinowich, Julya

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Hanser

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783446253063

Inhalt

Das Los der 15-jährigen Madina teilen viele Flüchtlingskinder: Sie alle sind Brückenbauer zwischen ihren Familien und dem neuen Leben in der westlichen Welt. Nach einer beschwerlichen Flucht vor dem Krieg in ihrer Heimat ist Madina endlich angekommen, in einem Land, das Sicherheit verspricht. Doch nicht allen in ihrer Familie fällt es leicht, Fuß zu fassen. Und so ist es an Madina, Mittlerin zu sein zwischen ihrer Familie im Flüchtlingsheim und dem unbekannten Leben außerhalb. Sie nimmt das Schicksal ihrer Familie in die Hand und findet in Laura eine Freundin, die für sie in der Fremde Heimat bedeutet.

Bewertung

In dem Jugendroman „Dazwischen: Ich“ von Julya Rabinowich geht es um Madina, die 15 Jahre alt ist und mit ihrem Vater, ihrer Mutter, Tante Amina und dem kleinen Bruder Romi in einer Flüchtlingsunterkunft in Deutschland lebt. Madina findet sich schnell in dem neuen Land zurecht. Sie hat Deutsch gelernt, geht zur Schule und hat dort sogar in Laura eine Freundin gefunden. Mit dem Neuanfang sind jedoch auch einige Probleme geblieben und viele hinzugekommen, zum Beispiel das Warten auf den Brief vom Amt, der über das Bleiberecht entscheidet, die schrecklichen Erinnerungen an den Krieg, über die Madina mit niemandem spricht, ihr Vater, der Schwierigkeiten hat Deutsch zu lernen und mit einer anderen Kultur zurecht zu kommen, den Teil der Familie, der zurück geblieben ist und dann gibt es da noch dieses Geheimnis zwischen Amina und ihren Eltern, über das niemand spricht.

Als ob das nicht schon genug wäre muss sich Madina noch mit den ganz normalen Problemen des Erwachsenwerdens herumschlagen, so wie jeder andere Teenager auch.

 

Das Buchcover ist sehr schlicht und unaufdringlich und passt meiner Meinung nach ganz gut zum Buch, auch wenn es nicht besonders viel verrät. Der einzige Hinweis zu dem Inhalt ist ein blauer Koffer mit Wolkenmotiven.

Der Roman wurde aus der Ich-Perspektive von Madina geschrieben, die von Lauras Mutter ein Tagebuch geschenkt bekommen hat. Die Einträge, die sie dort macht, sind der Roman. Durch die Ich-Perspektive kann man sich als Leser besonders gut in die Protagonistin hinein versetzen, ihre Gedanken, Gefühle, Wünsche und Sehnsüchte mit fühlen. Der Leser hat die Möglichkeit Madeiras Leben aus ihrer Sicht mit zu leben. Ohne diesen Schreibstil würde vieles unverständlich bleiben, obwohl es ja genau darum geht. Wie lebt es sich als junger Flüchtling in Deutschland?

Der Schreibstil ist dem Alter der Erzählerin entsprechend sehr jugendlich und nicht zu kompliziert und sorgt zusammen mit der aufgebauten Spannung dafür, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.

 

„Dazwischen: Ich“ ist ein einfühlsamer, spannender Roman über Madina, die exemplarisch für tausende von jungen Flüchtlingen in Deutschland steht. Die Autorin bietet dem Leser mit ihrem Roman die einzigartige Möglichkeit, Madinas Leben für einen Moment mit zu leben und so zumindest ansatzweise nachzuvollziehen, wie es sich in einer Situation wie der ihren in Deutschland lebt. Empfehlen würde ich das Buch allen Jungen und Mädchen ab 13 Jahre, die ein Buch über das Erwachsenwerden, Flüchtlinge oder einfach eine spannende Geschichte lesen möchten.

Ich vergebe 5 Sterne.

 

Annina Hacheney (18) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie, Erwachsenwerden, Freundschaft, Zeitgeschehen