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Der Bärbeiß von Pehnt, Annette, Kinderbücher, Vorlesen, Anders sein , Freundschaft

Der Bärbeiß

Herrlich miese Tage, Bd. 2

Pehnt, Annette / Bauer, Jutta

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Hanser

Empfohlen ab: 6 Jahre

ISBN: 9783446247505

Inhalt

"Jahreszeiten? Pa, die kenne ich schon vom letzten Jahr", knurrt der Bärbeiß. "Das macht nichts", sagt das Tingeli fröhlich, "ich kenne dich ja auch schon vom letzten Jahr." Den Frühling kann der Bärbeiß sowieso nicht aufhalten, auch wenn er schimpfend Krokusse ausrupft. Und das Tingeli hat immer neue Einfälle: Im Sommer Urlaub machen unter selbstgebastelten Palmen, im Herbst Drachen steigen lassen und im Winter Schlitten fahren. Über den Schnee meckert der Bärbeiß am meisten und schaufelt ihn wütend aus seinem Garten. Damit baut er genau den Schlittenberg, den alle vermisst haben!

Bewertung

Im Folgeband „Der Bärbeiß — Herrlich miese Tage“ bleibt der Bärbeiß seinem Wesen treu: bequem, launisch, unfreundlich. Aber er ist ein Bewohner von Timbuktu und hier darf jeder sein, wie er ist. Seine Nachbarn: die Graureiherfamilie, der Königspinguin, die Hasenfamilie, die Faultiere und die gute Seele von Timbuktu Tingeli integrieren ihn in die Gemeinschaft, ganz gleich, ob er will oder nicht.

Auch wenn Timbuktu, wie wir im Kapitel „Schule“ erfahren, womöglich nicht auf der Erdkugel zu finden ist, folgt auch hier alles dem Rhythmus der vier Jahreszeiten: Der Hausputz läutet den Frühling ein, den die meisten Bewohner von Timbuktu begrüßen. Der Bärbeiß ist von der eintönigen Wiederkehr gelangweilt, er verschläft von Müdigkeit und Einsamkeit geplagt die ersten Monate im Jahr. Im Sommer wird Schule gespielt und natürlich Urlaub gemacht. Der blätterlose Baum im Bärbeiß Garten wird zu Palme erklärt, jeder Bewohner bringt etwas mit, das Tingeli organisiert Eis und Sonnencreme und das Urlaubsgefühl ist vollkommen. Im Herbst meint der Bärbeiß sich mit seiner schlechten Laune nicht mehr verstecken zu müssen, das Tingeli lässt sich davon nicht anstecken, auch dieser Jahreszeit trotzt es mit fröhlichen Spielideen und pflegt ganz Timbuktu gesund. Im Winter wird ein Lichtfest gefeiert und eine Willkommensfeier. Als der erste Schnee fällt, verhilft Bärbeiß ungewollt zum einzigen Berg von Timbuktu und zu einem tollen Schlittenspaß.

 

Auch im zweiten Buch von Annette Pehnt ist Timbuktu ein friedvoller und idyllischer Ort, die Bewohner finden das Glück in alltäglichen Momenten, haben Spaß bei jedem Wetter und schätzen das Zusammensein, dem kann sich sogar der Bärbeiß nicht entziehen. Trotz des unbekümmerten Gemüts der Bewohner werden auch komplexe Fragen angepackt z. B. ob die Erde eine Kugel ist? Die lustige Vorstellung der Freunde, die Erde könnte eine Eiskugel sein, die bald schmilzt, lässt den Leser schmunzeln.

Interessant ist ebenfalls die Weltsicht vom Bärbeiß, der nicht an die Jahreszeiten glaubt, für den der Himmel aus Pappe ist und die Hitze im Sommer aus einem großen Föhn kommt.

Viele Themen wie Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Toleranz kommen einem in den Sinn, wenn man die fröhlichen Geschichten vorliest, sie stimmen einen positiv nachdenkend und lassen viel Raum für Gespräche mit Kindern. Die Sprache ist kindgerecht, die Sätze kurz, die Wortwahl erlesen und präzise. Die perfekte Entsprechung sind die farbenfrohen, reduzierten Bleistiftzeichnungen von Jutta Bauer, die die Charakterköpfe von Timbuktu liebevoll illustrieren.

Wir vergeben 5 Sterne.

 

Grazyna Rojek mit Simon (5) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Anders sein , Freundschaft