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Der Schatten meines Bruders von Avery, Tom , Jugendbücher, Aus dem Leben, Tod & Trauer

Der Schatten meines Bruders

Avery, Tom

Übersetzung: Freund, Wieland , Wandel, Andrea

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Beltz und Gelberg

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783407820495

Inhalt

Kaias Bruder ist tot. Nichts mehr wie vorher. Nicht für Kaia und nicht für ihre Mutter, die in ihrer Trauer die Tochter aus den Augen verliert. Nur einer dringt noch zu Kaia durch: der wilde, stumme Junge, der neu an der Schule ist. Wo kommt der Junge her? Gibt es ihn wirklich? Langsam, sehr langsam fasst Kaia wieder Vertrauen zu ihren Freundinnen, die sie davon überzeugen, dass echte Freundschaften auch tiefe Krisen überwinden.

Bewertung

Kaia sagt von sich selbst, sie ist tiefgefroren! Tiefgefroren, seit sie ihren geliebten Bruder Moses mit aufgeschnitten Pulsadern gefunden hat. Seit der Zeit fühlt sie sich wie erstarrt. Im Winter, mitten in der Mathestunde passiert etwas seltsames: wie aus dem Nichts taucht plötzlich ein wilder Junge auf. Keiner weiß, wer er ist oder woher er kommt. Er ist auf einmal einfach da und will auch nicht mehr weg gehen. Dieser Junge ist ganz anders als die anderen Kinder. Er spricht nicht, sondern gibt knurrende Geräusche von sich, ähnlich wie die von einem Wolf. Er springt auf Tische und Bänke und ist wirklich wild, aber auch sehr zurückhaltend. Vielleicht freundet sich Kaia genau deshalb langsam mit ihm an. Nach und nach erzählt sie ihm von sich und wie es ihr geht. Zusammen erleben sie auch wieder einige schöne Momente. Kaia fängt an aufzutauen. Ganz langsam findet sie den Weg zurück in ihr Leben.

 

Ein wundervolles, trauriges aber auch sehr hoffnungsvolles Buch von Tom Avery, über ein Mädchen, dass in ihrer Trauer feststeckt und langsam wieder auftaut. Am Anfang kann sie über ihre Gefühle nicht reden, sie nicht in Worte packen und sie fühlt sich erstarrt. Sie wendet sich immer mehr von ihren Freunden ab, bis einige sie für ein Freak halten. Zuhause ist es auch nicht schön. Ihre Mutter trinkt viel Alkohol und ist oft betrunken. Sie kann sich gar nicht mehr um Kaia kümmern. So fühlt sich Kaia immer mehr erstarrt.

 

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive, also aus Sicht von Kaia, erzählt. Dadurch konnte ich mich gut in Kaia hineinversetzen und mir vorstellen, was sie gerade fühlt und was sie denkt. Es ist sehr traurig zu lesen, wie schlecht es Kaia geht, wie groß ihre Trauer ist und sie gar nicht weiß, wie sie damit umgehen soll, weil irgendwie keiner für sie da ist. Aber es ist auch sehr schön zu lesen, wie Kaia wieder zurück in ihr Leben findet, dass sie sehr wohl Freunde hat und diese nur nicht wussten, wie sie Kaia helfen können. Das Buch hat 143 Seiten. Statt Kapiteln hat es 10 „Lebensregeln“. Ich finde es ist ein Buch, das einem Zuversicht gibt, denn Kaia hat etwas wirklich Schlimmes erlebt, doch auch sie taut wieder auf. Ich vergebe 5 Sterne.


Isabelle Heusingfeld (12) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Tod & Trauer