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Der langsame Weg zum Glück von Sepulveda, Luis, Kinderbücher, Kinderliteratur, Abenteuer, Natur & Tierwelt

Der langsame Weg zum Glück

Ein Schneckenabenteuer

Sepulveda, Luis / Buchholz, Quint

Übersetzung: Zurbrüggen, Willi

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Fischer KJB

Empfohlen ab: 8 Jahre

ISBN: 9783737351614

Inhalt

Luis Sepulvedas Geschichte ist eine Liebeserklärung an die Langsamkeit und an die Poesie der Natur. Er erzählt die Geschichte einer kleinen wissbegierigen Schnecke, die sich auf den Weg macht herauszufinden, warum Schnecken so langsam sind, denn die anderen Schnecken können ihre Frage nicht beantworten. Auf ihrer Reise erlebt sie viele Abenteuer und kehrt als Held zurück.

Bewertung

Diese poetische Geschichte, die begleitet wird von wunderschönen, sehr detailliert gezeichneten Natur- und Tierbildern erzählt von der Langsamkeit – ein schönes Bild in unserer schnelllebigen Zeit, dem viel Potential zum gemeinsamen Philosophieren innewohnt.

Das Buchcover der knapp 80 Seiten umfassenden Geschichte zeigt eine weise blickende Schildkröte, auf deren Panzer eine Schnecke neugierig ihre Fühler ausstreckt und ein Marienkäfer emporkrabbelt, dessen Farbe mit der des Titels korrespondiert. In der Ferne zeichnet sich - wie ein Sinnbild für das Dunkle und Unbekannte - verschwommen eine Berglandschaft ab.

 

Eine Schnecke, die gern einen eigenen Namen hätte, lebt mit ihren Artgenossen zufrieden und sorglos, langsam und leise auf einer Löwenzahnwiese, die für die Schneckenkolonie der schönste Platz ist, den man sich nur zum Leben wünschen kann. Leckeres Futter gibt es hier in Hülle und Fülle. Unter dem von Allen geliebten Gewürzstrauch finden sie Schutz vor dem Regen und pflegen ihren Brauch des gemeinsamen Essens und des Austauschs von Neuigkeiten. Eigentlich ein Leben, in dem sich keine Fragen stellen, doch die kleine Schnecke, die gern einen eigenen Namen hätte, ist ein wenig anders als die Anderen und fragt sich, warum sie so langsam ist. Die Beantwortung dieser Frage ist ihr so wichtig, dass sie dafür den wachsenden Unmut der Anderen in Kauf nimmt und keine Mühen scheut.

So verlässt sie schließlich ihre Schneckenkolonie und macht sich auf den Weg in die Welt jenseits der vertrauten Löwenzahnwiese. Unterwegs trifft sie auf eine Schildkröte, mit der sie Freundschaft schließt, deren Panzer ihr als Transportmittel dient und die ihr letztlich einen eigenen Namen gibt.

Auf ihrem Weg sprechen sie über ihre Eindrücke und Begegnungen und die Dinge des Lebens wie auch über die ihnen eigene gemeinsame Eigenschaft, die Langsamkeit. Am Ende der Löwenzahnwiese machen sie eine wichtige Entdeckung, durch welche die Schnecke ihrem neuen Namen alle Ehre machen kann und als Anführer ihrer Schneckenkolonie diese aus einer großen Gefahr führen wird.

 

Diese gleichnishafte, wunderbar leicht und leise erzählte Geschichte spricht Kinder wie Erwachsene an. Sie wirkt wie eine Meditation über Entschleunigung, die Schönheit der Natur, den achtsamen Umgang mit ihr und allen Lebewesen, eine Einladung zum Innehalten und Nachdenken über das, was wir sind, unsere Beziehungen und unseren Platz in der Welt sowie das, was uns glücklich macht.

 

Hanna Nebe-Rector (malkastl.de) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Abenteuer, Natur & Tierwelt