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Djadi, Flüchtlingsjunge von Härtling, Peter, Kinderbücher, Kinderliteratur, Aus dem Leben, Zeitgeschehen

Djadi, Flüchtlingsjunge

Härtling, Peter

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Beltz & Gelberg

Empfohlen ab: 10 Jahre

ISBN: 9783407821645

Inhalt

Djadi ist elf, als er alleine aus Syrien flieht. Niemand weiß, was er bei seiner Flucht über das Mittelmeer erlebt und was er verloren hat. Djadi ist mutterseelenallein in Frankfurt, als ihn die Alten-WG von Jan und Dorothea aufnimmt und sich um den Jungen kümmert. Tag für Tag lernt er die neue Welt ein bisschen mehr kennen. Er lernt die Sprache, die Gewohnheiten seiner neuen »Familie« und sich in der Schule zu behaupten. Aber es ist die große innere Nähe und Freundschaft zu dem 75-jährigen Wladi, die Djadi hilft, mit seinen Ängsten zu leben. Ein poetischer und berührender Roman voller Zuversicht, mit dem man in die verwundete Seele eines Kindes blickt.

Bewertung

Die Geschichte im Buch handelt von Djadi, einem elfjährigen Flüchtlingsjungen aus Homs in Syrien. Er ist ganz allein nach Deutschland gekommen. Seine Eltern und Geschwister sind tot. Was genau während der Flucht und vorher passiert ist, erfährt man nicht im Buch. Hier geht es vor allem um Djadis Ankommen in der neuen Heimat.

Nun lebt Djadi in einer Erwachsenen-WG, die aus sechs älteren Leuten besteht und muss sich allmählich an sein neues Leben und die neue Sprache gewöhnen, wobei ihm die WG-Bewohner helfen wollen.

 

Das Buch ist nicht sehr dick, es hat nur 116 Seiten, die in 20 kurze Kapitel gegliedert sind. Jedes Kapitel hat eine Überschrift. Zeichnungen gibt es keine im Buch, aber das Cover gefällt mir gut. Es beschreibt gut Djadis Situation. Zum Teil steht er noch im Schatten, aber zu einem größeren Teil schon im Licht vor einem Fenster. Ich finde die Beschreibung von Djadis Eingewöhnung in Deutschland sehr interessant und konnte mich gut in seine Gefühle hineinversetzen, obwohl sie nicht so direkt benannt werden, aber man erkennt sie an seinem Verhalten. Er hat noch vor vielen Dingen Angst und ist manchmal etwas verwirrt, dann versteckt er sich oft unter dem Sofa. Aber immer mehr vertraut er Jan, Dorothea, Detlef, Gisela, Kordula und Wladi, den sechs Erwachsenen aus der WG. Vor allem Wladi mag er sehr gern, er ist sozusagen ein Ersatzopa für Djadi und wird sein bester Freund.

Djadi ist sehr neugierig und stellt viele Fragen, zum Beispiel wenn er bestimmte Wörter nicht versteht. An seinen Fragen merkt man erst, wie schwer es für einen Ausländer sein muss, Deutsch zu lernen, weil es oft mehrere Bedeutungen für Worte gibt. Manchmal ist das sehr lustig zu lesen. Als Djadi in die Schule kommt und nicht so herzlich begrüßt wird, wie er sich das vielleicht gewünscht hätte, fühlt man richtig mit ihm mit. Dass Djadi auf einer Urlaubsreise mit den WG-Leuten zur Nordsee Angst vor der Schiffsüberfahrt zur Insel bekommt, kann ich gut verstehen, denn er hatte bei seiner Flucht übers Meer bestimmt auch sehr große Angst. Viele Situationen, die Djadi nun in seinem neuen Leben meistern muss, werden interessant und gut verständlich beschrieben und mir hat es gut gefallen, es zu lesen, auch wenn es nicht direkt spannend ist, aber man will immer wissen, wie es mit Djadi weitergeht.

Am Ende ist es ein bißchen traurig, aber für Djadi bestehen gute Chancen, dass er in der Zukunft zurechtkommen wird, weil er nette Leute um sich hat, die es gut mit ihm meinen.

 

Jakob Nebe (12) :: Kinder-und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Aus dem Leben, Zeitgeschehen