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Freestyler von Brandis, Katja, Jugendbücher, Krimi & Thriller, Spannung

Freestyler

Brandis, Katja

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Beltz

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783407821010

Inhalt

Für ihren Traum vom Olympischen Gold optimieren »Freestyler« ihre Körper ganz legal mit High-Tech-Prothesen und Implantaten. Die junge Sprinterin Jola ist nicht sicher, ob sie sich operieren lassen will. Der Druck ist hoch: Mit einem modifizierten Körper hätte sie vielleicht eine Chance auf eine Medaille bei den Olympischen Spielen 2032 - so wie Ryan, der beinamputierte Sprinter, in den sie sich verliebt hat. Aber die neue Technik birgt Gefahren. Und bald geht es nicht mehr nur um den Sieg, sondern um Leben und Tod ...

Bewertung

 Die junge Sprinterin Johanna-Larissa Spiegler, von allen genannt Jola, lebt in einer Zukunft, in der Körpermodifikationen und Optimierungen an der Tagesordnung sind. Sie war solchen Veränderungen gegenüber eigentlich eher abgeneigt, wird nun allerdings von ihrem potenziellen Sponsor und ihrem Trainer unter Druck gesetzt, sich modifizieren zu lassen, um bei der Olympiade 2032 in Buenos Aires eine Chance auf eine Medaille zu haben. Mit Modifikationen würde sie in der Kategorie „Freestyle M“ antreten. Wird Jola sich dafür entscheiden?

Der nach einem Autounfall beinamputierte Sprinter Ryan, in den Jola sich im Laufe der Geschichte verliebt, tritt in der fiktiven Kategorie „Freestyle X“ an. Dort laufen behinderte Sportler mit Prothesen und Modifikationen gegen sogenannte „Normalos“…

 

Auf dem Cover wird sehr interessant mit Perspektiven gespielt, sodass ein dreidimensionales Erscheinungsbild geweckt wird. Allgemein gefällt mir die optische Aufmachung des 438 Seiten dicken Romans sehr gut, allerdings finde ich den letzten Satz auf dem Buchrücken: „Und bald geht es nicht mehr nur um den Sieg, sondern um Leben und Tod“ ein wenig übertrieben, da es im ganzen Buch nur einen einzigen Todesfall im Kontext mit den Körperveränderungen gibt, und das sogar aus einem relativ plausiblen Grund.

 

Dies ist der zweite dystopische Roman von Katja Brandis, allerdings stehen die beiden Bücher in keinerlei Zusammenhang – bis auf eine Stelle, S. 290 Z. 10f: „(…)Plastikmüll in den Ozeanen und Benjamin Lessers großes Experiment, ihn zu entfernen.“ Benjamin Lesser ist eine fiktive Figur aus Katja Brandis Roman „Floaters“. Ich finde es cool, wie sie auf diese Weise ihre Bücher in Zusammenhang miteinander bringt.

Allerdings ist „Freestyler“ nicht durch die Bank fiktiv, die Autorin greift einige reale Ereignisse und Personen auf, wie z. B. die Attentate bei den Olympischen Sommerspielen 1972, den jamaikanischen Sprinter Usain Bolt oder den südafrikanischen Sprint-Star Oskar Pistorius, der ohne Beine geboren wurde.

Die Geschichte wird aus der dritten Person geschildert, der Erzähler wechselt zwischendurch von Jola zu Ryan und zurück, damit man immer bestens über das Geschehen um die beiden herum und ihre Gedanken informiert ist. Dies gelingt sehr gut, man versteht die Zusammenhänge und ist immer mittendrin im Geschehen. Auch das Nachwort ist durchaus lesens- und empfehlenswert!

 

Ich gebe für diesen spannenden und zum Nachdenken anregenden Roman 5 Sterne und empfehle ihn für Leser ab 12 Jahren, auch wenn sie selbst nicht die größten Sport-Cracks sind ;-)

 

Raphael Mergehenn (13) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Spannung