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In den Augen der Nacht von Garland,  Inés, Jugendbücher, Aus dem Leben, Erwachsenwerden, Liebe

In den Augen der Nacht

Garland, Inés

Übersetzung: Layer, Ilse

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2015

Verlag: Fischer KJB

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783737340113

Inhalt

Eigentlich will Dalila nur Pablo vergessen, als sie sich ihrer Schwester und deren Freundinnen anschließt, um an einem See in der argentinischen Pampa zu zelten. Sie ist fasziniert von der scheinbar endlosen Weite der Landschaft, der Stille und der allgegenwärtigen Natur. Bei einem Spaziergang im Wald begegnet sie Tharo. Er ist anders als die Jungen, die sie aus Buenos Aires kennt: schweigsam, ernst, zurückkaltend, fast abweisend. Von Anfang an fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Wenig später entlarven die Tagebücher von Tharos Mutter die ländliche Idylle, aber da ist es schon beinahe zu spät.

Bewertung

Seit Dalila elf ist, ist sie besessen von der Geschichte aus der sie ihren Namen hat. Von der Oper, die sie immer und immer wieder mit ihrer Mutter gehört hat. Auch wenn ihr Name für ein Mädchen steht, dass ihre große Liebe verrät und dadurch zu Tode bringt. Die Musik zu der biblischen Geschichte gefällt ihr sehr. Doch auf der anderen Seite fühlt sie sich durch ihren Namen wie eine Verräterin. In jedem einzelnen Augenblick. Und immer wartet sie darauf, dass eines Tages das in ihr schlummernde Monster in ihr erwacht, um der Liebe ihres Lebens ein Messer in den Rücken zu stoßen. Um Pablo ein Messer in den Rücken zu stoßen. Delila hat sich in Pablo von Anfang an verliebt. Das ist für sie keine Frage. Doch liebt er sie wirklich noch? Oder spielt er nur mit ihr?

Monatelang haben die beiden einen gemeinsamen Urlaub geplant. Und nur wenige Tage vor Reisebeginn musste Dalila erfahren, dass Pablo ohne sie verreist. Sie war am Boden zerstört, doch öffnete sich niemand. Sie weinte still und heimlich, eingesperrt in einen Raum, damit niemand erfuhr, wie es ihr ging. Dass alle dachten, sie sei stark. Doch wie sollte sie nun nur ihre Ferien verbringen? Wollte sie wirklich alleine Zuhause sitzen? Oder sollte sie den Rat ihrer älteren Schwester befolgen und mit ihr und ihren zwei Freundinnen in die argentinische Pampa reisen, um dort den Kopf freizubekommen und Pablo endlich zu vergessen? Als sie dem Rat ihrer Schwester folgt, hat diese mit ihrer Vermutung recht, dass Dalila in der Natur aufhört ständig an Pablo zu denken. Abgeschnitten von der Außenwelt erleben die vier Jugendlichen einige Strapazen. Sie übernachten unter schüttendem Regen, in der Angst überschwemmt zu werden, sie streiten sich wegen jeder Kleinigkeit, weil der Hunger sie plagt. Als Dalila sich schlussendlich auch noch im nahegelegenen Wald verläuft, ist das Chaos perfekt. Doch wie soll sie, wenn sie in Buenos Aires schon keine Straße von der anderen unterscheiden kann, je wieder zu ihrem Zelt zurückfinden? Jeder Strauch schaut für sie gleich aus. Stunde für Stunde irrt sie durch die Pampa, bis sie schließlich ein kleines Haus entdeckt, wo sie von einer alten Dame schon herzlich begrüßt wird. Von deren Enkel, Tharo, wird sie schließlich wieder zum Zeltplatz zurückgeführt. Und er ist so ganz anders als ihr Pablo. Er versucht nicht sie eifersüchtig zu machen, er spielt nicht mit ihr, er ist ruhig, etwas mystisch, zieht sie von Anfang an an. Doch seine Geschichte ist herzzerreißend, er hat im Leben schon viel verloren. Dann taucht bei den Mädchen plötzlich auch noch ein fremder Mann auf, der von einem der Mädchen umworben wird. Und als Dalila die Tagebücher von Tharos Mutter findet, ergeben die Puzzelteile einen Sinn.

 

Auf ca. 189 Seiten schreibt Ines Garland über Dalila, die immer an sich selbst zweifelt. Sie sucht die Fehler immer bei sich. Ihre Gutmütigkeit wird von ihrem Freund Pablo tadellos ausgenutzt. Immer wieder verzeiht sie ihm, auch wenn er große Fehler macht. Sie fühlt sich von niemandem so richtig verstanden. Von niemandem außer Tharo. Tharo, dem ruhigen Jungen, der wilde Pferde zähmt, der so sensibel mit ihr umgeht und dessen Schweigen für sie mehr ist als nur Schweigen. Als sie dann auch noch die Tagebücher seiner Mutter findet und merkt, dass diese ein ähnliches Schicksal wie Dalila selbst erfuhr, fühlt sie sich mit Tharo noch mehr verbunden.

Von dem Mann, der von der Freundin ihrer Schwester umworben wird, weiß sie nicht so recht, was sie halten soll. Doch immer mehr wird klar, dass er dunkle Seiten an sich hat. Spätestens als im Dorf ein ehemaliger Polizist ermordet aufgefunden wird.

 

Die Autorin schreibt relativ sachlich aus der Sicht von Dalila. Dies passt jedoch auch zu ihrem Charakter. Denn sie möchte nicht, dass jemand erfährt, wie es ihr wirklich geht. Dadurch sind die vielen Emotionen nicht sonderlich geschildert. Das Ende des Buches ist zudem sehr kurz gehalten. Das Cover des Buches zeigt die Silhouette zweier nebeneinandersitzender Menschen. Im Vordergrund ist ein Baum mit rot leuchtenden Blättern abgebildet.

Ich empfehle das Buch an Jugendliche ab 16 Jahren, da es teilweise doch etwas schwer zu verstehen ist und vergebe 3 Sterne, für eine spannende und romantische Geschichte, die meiner Meinung nach jedoch zu sachlich erzählt wird.

 

Lisa Fehr (18) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Erwachsenwerden, Liebe