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Marie und der Vogelsommer von Alves, Katja, Kinderbücher, Kinderliteratur, Alltag & Familie, Freundschaft, Mut & Selbstvertrauen

Marie und der Vogelsommer

Alves, Katja / Spitzer, Katja

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Beltz & Gelberg

Empfohlen ab: 10 Jahre

ISBN: 9783407821652

Inhalt

Marie ist in dem Haus mit Garten in der anderen Stadt nicht besonders glücklich. Anders als ihr Bruder Spidy vermisst sie ihr altes Zimmer und ihre Freunde. Zum Glück hat sie das Vogelbuch, ihr größter Schatz. Vielleicht werden Sarah und Konstanze aus ihrer neuen Klasse ja ihre Freundinnen? Nur: Warum sind die beiden manchmal so ausgesprochen fies? Erst mithilfe von Björn merkt Marie, dass sie einfach an die falschen Mädchen geraten ist und Hilfe braucht.

Bewertung

Als ihr Vater die Familie verlässt und die Miete teurer wird, muss die elfjährige Marie mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder Spidy – der seinen Spitznamen seiner beinahe fanatischen Faszination für Spiderman verdankt – umziehen. Schon von vornherein fürchtet sie, dass es auf dem Land, im Haus ihres Onkels Gregor, der nach Spanien ausgewandert ist, langweilig werden wird. Aber zumindest kann man im Garten toll Vögel beobachten – das nämlich liebt Marie, und daran hält sie sich auch fest, denn die erste Zeit in der Fremde ist tatsächlich nicht einfach.

Die Nachbarn beäugen ihre Mutter – eine freischaffende Künstlerin – mehr als argwöhnisch, und die beiden Mädchen in ihrer Klasse, die Marie sich als Freundinnen ausgeguckt hat, erweisen sich als fiese Zicken, die Marie offen schikanieren, ohne dass sie sich dagegen zu wehren weiß. Ihre Mutter ist überfordert und kann auch nicht auf ihren neuen Freund zählen, Maries Vater leistet Entwicklungshilfe in Afrika, und so scheint zunächst niemand da zu sein, an den sie sich wenden könnte. Dann aber fasst sie Vertrauen zu einer netten Lehrerin, zu Björn aus der Nachbarschaft und zu einem Mädchen, mit dem sie sich eine Freundschaft zunächst nie hätte vorstellen können ...

 

Die Ausgangssituation der Geschichte lässt es beinahe bereits erahnen, und trotzdem ist der Leser bereits nach den ersten Kapiteln ernüchtert: Katja Alves bemüht Klischees und Motive, die im Kinderbuch allgegenwärtig scheinen, und legt letztlich eine enttäuschend uninspirierte Variation des Immergleichen vor. Die Handlung ist von Beginn an vorhersehbar, den Figuren fehlt jegliche Originalität und Individualität, vor allem aber wirken sie in keiner Weise lebensecht. Auch das Ende überrascht nicht, und selbst die Vogelkomponente bleibt als einziges Alleinstellungsmerkmal eher flach. Ja, die kleinen Pinnwandzettel mit Sachinformationen zu verschiedenen Vogelarten, die jedes Kapitel einleiten, sind nett. Aber wirklichen Zugang zu den Figuren zu finden und mit ihnen mitzufühlen, das macht die Autorin den Lesern schwer. Und so bleibt die Geschichte letztlich aussagelos und nicht im Gedächtnis.

 

Fabienne Pfeiffer :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Alltag & Familie, Freundschaft, Mut & Selbstvertrauen