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Marthas Widerstand von Drewery, Kerry, Jugendbücher, Dystopie, Dystopie, Spannung

Marthas Widerstand

Drewery, Kerry

Übersetzung: Bhose, Sabine

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2017

Verlag: one

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783846600436

Inhalt

Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in eine kleinere Zelle verlegt wird. Die siebte und letzte Zelle ist klaustrophobisch klein, und genauso klein sind Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will …

Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert. Um dem Volk zu zeigen, dass es nicht in einer perfekten Demokratie lebt, sondern von den Machthabern perfide manipuliert wird? Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem viel mehr als ein einzelnes Menschenleben auf dem Spiel steht ...

Bewertung

Im London der Zukunft wurden die Gerichte abgeschafft und über Verbrecher wird nun in einer Talkshow per Telefon-Voting entschieden. Martha ist das erste minderjährige Mädchen, dessen Verbrechen im neuen Rechtssystem behandelt wird und es sieht nicht gut für sie aus. Doch ist sie wirklich die kaltblütige Mörderin, für die, die gesamte Welt sie hält, oder will sie in einer von Korruption und Manipulation bestimmten Welt nur ein Zeichen setzen?

 

Das Thema der Bestrafung ist sicher wichtig und das Buch transportiert mit hoher Wahrscheinlichkeit wichtige philosophische Aspekte, es fehlte jedoch im Großteil des Buches an Spannung. Die Idee hinter dem Buch hat viel Potential, da jedoch bereits im Klappentext bereits Marthas Intention relativ offensichtlich dargestellt wird, schleppt sich die Handlung eher dahin. Es fehlt die überraschende Wendung und alles läuft auf die bereits am Anfang vermute Lösung hin. Am Ende wird es dann natürlich etwas brisanter, das kann jedoch die vorherigen Kapitel nicht wegmachen.

Der Schreibstil ist sehr distanziert aber abwechslungsreich. So erhält man aus Marthas Sicht Einblicke in das Leben im Todesstrakt und durch Rückblicke in ihr vergangenes Leben, während ihre psychologische Beraterin Eve den Leser mit in die trostlose, dystopische Welt nimmt. Es gibt mehrere Kapitel, welche die psychologischen Beratungsstunden von Martha thematisieren und in denen die beiden Perspektiven aufeinandertreffen. Außerdem gibt es Kapitel in dem die Serie „Death is Justice“ mit all ihren Elementen ähnlich wie in einem Skript genau geschildert wird, sodass der Leser ein Gefühl bekommt, als würde er sie selber sehen.

Nachdem aber zum zehnten Mal detailliert der Einspann geschildert wird, ist man einfach nur genervt. Leider besitzt keiner der wenigen Charaktere eine besondere Tiefe und auch die dystopische Welt ist nicht besonders ausgearbeitet. Daher ist das einzige, was an diesem Buch besonders gelungen ist, die Idee des neumodischen Rechtssystems, was leider alleine nicht für ein aufregendes Leseerlebnis sorgen kann.

 

Diese Dystopie hat mich leider enttäuscht, da sie mich trotz einer guten Idee aufgrund der Umsetzung nicht gänzlich von sich überzeugen konnte. Ich vergebe daher nur 3 Sterne.

 

Ellen Bartsch (15) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Dystopie, Spannung