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Nach dem Schnee von Crockett, Sophie D., Jugendbücher, Dystopie, Spannung

Nach dem Schnee

Crockett, Sophie D.

Übersetzung: Fritz, Klaus

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2012

Verlag: dtv

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783423249362

Inhalt

Als Willo von der Jagd nach Hause kommt, sind alle fort. Sein Dad, Magda, die Zwillinge, alle, die in dem einsamen Haus in den Bergen gelebt haben. Nur Lastwagenspuren im Schnee deuten an, was passiert sein könnte. Nach einer einsamen und kalten Nacht in dem verlassenen Haus und der Gewissheit, dass seine Familie nicht zurückkehren wird, macht Willo sich auf den Weg, seinen Vater zu suchen. Es wird eine unbarmherzige, eisige Reise und ein Kampf ums Überleben. Doch Willo ist zäh, er hat ein Ziel - seine Familie. Und er hat eine Sehnsucht: Mary. Er muss sie finden, muss seine Familie wiedersehen, dafür ist ihm kein Weg zu weit und kein Winter zu kalt.

Bewertung

„Nach dem Schnee“ erzählt die Geschichte von dem Jungen Willo. Willo lebt zusammen mit seiner Familie in den Bergen. Zusammen kämpfen sie während der dritten Eiszeit in Europa ums Überleben. Sie jagen und versorgen sich selbst, denn sie sind Wanderer, Leute ohne Papiere, die laut der neuen Regierung eigentlich gar nicht existieren sollten. Und dann werden sie entführt. Auf einmal sind alle weg. Alle, bis auf Willo. Nach einer einsamen Nacht in der kleinen, kalten Hütte in der er wohnt, macht sich Willo auf die Suche nach seiner Familie. Er bepackt seinen Schlitten und macht sich auf den Weg. Aber er bleibt nicht lange alleine. Mary, ein kleines Mädchen, das er vor einem wilden Hunderudel rettet, schließt sich ihm an und die beiden machen sich auf den weiten Weg, der vor ihnen liegt. Dabei kämpfen sie nicht nur gegen die Kälte und den Hunger, sondern auch gegen wilde Tiere und andere Bewohner der Berge. Mit der Hilfe seines „Hundes“ versucht Willo heraus zu finden, was mit seinem Dad, Magda und den Kindern passiert ist…
„Nach dem Schnee“ ist ein Buch was sich vom Schreibstil deutlich von anderen unterscheidet. Die Geschichte wird von Willo erzählt, und der hat eine sehr spezielle Art die Dinge zu beschreiben. Hier muss man allerdings sagen, dass das nicht jedermanns Sache ist und es mitunter nach einer Weile auch etwas nervig und anstrengend werden kann immer halbe und abgehackte Sätze zu lesen. Die Handlung ist aber grade dadurch gut zu verstehen, weil Willo keine Fremdwörter usw. benutzt, da er diese ja gar nicht kennt. Die Textgestaltung finde ich sehr gelungen. Die Stellen an denen der Hund mit Willo spricht sind deutlich durch eine krakelige Schriftart gekennzeichnet, die wunderbar zu dem Hund passt.
Die Umschlaggestaltung finde ich ok. Sie hätte meiner Meinung nach noch ausdruckstärker sein können, aber es passt auf jeden Fall zur Handlung.
Mir persönlich hat das Buch leider nicht so gut gefallen, was hauptsächlich an dem Schreibstil lag. Ich konnte mich zwar in die Rolle von Willo hinein versetzen (auch wenn man eigentlich nichts außer seinem Namen über ihn erfährt), aber es gab für mich keine Überraschungsmomente. Vom Anfang bis etwa zur Mitte habe ich auch keinen wirklichen Spannungsaufbau bemerkt. Ich fand es sehr voraussehbar und stellenweise sogar etwas Langweilig, weil man sich genau denken kann, was als nächstes passiert. Aber ab der Mitte steigerte es sich dann ein wenig und ich habe es trotz allem schnell durchgelesen bekommen. Alles in allem hatte ich mir aber deutlich mehr erhofft. Trotz allem finde ich die Handlung und auch die Art und Weise wie sich das Land verändert hat sehr realistisch, und ich kann mir gut vorstellen, dass es im Falle einer erneuten Eiszeit oder andren Klimakatastrophen zu solchen Geschehnissen kommen könnte. Ich glaube, dass es bei diesem Buch wirklich wichtig ist, das man mit dem Schreibstil klarkommt. Wenn man dies nämlich nicht tut, macht es eigentlich keinen Sinn das Buch zu lesen.
Von mir bekommt das Buch „Nach dem Schnee“ gute 3 Sterne, weil ich die Idee an sich sehr gut fand. Nur an der Umsetzung ist es wie schon gesagt etwas gescheitert. Ich empfehle es an Jungen und Mädchen ab 14 Jahren, aber auch an Erwachsene die gerne Thriller oder Abenteuergeschichten lesen.
Svenja Becker (16) :: Jugend-Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Spannung