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Nichts ist okay! von Reynolds, Jason / Kiely, Brendan, Jugendbücher, Aus dem Leben, Zeitgeschehen

Nichts ist okay!

Zwei Seiten einer Geschichte

Reynolds, Jason , Kiely, Brendan

Übersetzung: Fritz, Klaus , Hansen-Schmidt, Anja

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: dtv

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783423650243

Inhalt

Eigentlich wollte Rashad nur eine Tüte Chips kaufen... Doch plötzlich wird er, als er den Laden kaum betreten hat, vor die Tür gezerrt, und ein Polizist stürzt sich auf ihn. Er schlägt auf ihn ein und wirft ihm Diebstahl vor. Erst im Krankenhaus kommt Rashad wieder zu sich. Rashad ist schwarzer Hautfarbe, der Polizist ein Weißer. Beobachtet hat die Szene ein anderer Jugendlicher: Quinn Collins, weiß, Freund der Familie des Polizisten und Mitschüler von Rashad. Quinn ist schockiert. Warum wurde Rashad niedergeprügelt? Ist sein Freund, der Polizist, ein Rassist? Beide Jugendlichen erzählen ihre Geschichte: von den Vorwürfen gegenüber Rashad, er habe den Vorfall provoziert, und von dem subtilen Druck, der auf Quinn ausgeübt wird, sich nicht als Zeuge zu melden. Zur selben Zeit gerät eine Stadt in Ausnahmezustand.

Bewertung

In dem Jugendbuch „NICHTS IST OKAY!“ von Jason Reynolds und Brendan Kiely geht es um die Gewalt weißer Polizisten schwarzen Teenagern gegenüber. Rashad ist 16 Jahre alt und schwarz. Eigentlich will er nur eine Tüte Chips in dem Laden um die Ecke kaufen. Doch zu seinem Entsetzen kommt alles anders. Als er stolpert, sieht es für den anwesenden Polizisten aus, als ob er die Waren stehlen wolle. Obwohl sich Rashad bei seiner Festnahme nicht wehrt, schlägt der Polizist auf ihn ein ... Und alle gucken nur zu. Rashad kommt mit mehreren Brüchen und Verletzungen ins Krankenhaus, das Video seiner gewalttätigen Verhaftung ist sofort in allen sozialen Netzwerken und im Internet zu sehen. Wer die Gewalttat auch sieht, ist Quinn. Ein enger Freund der Familie des Polizisten, der Rashad niedergeprügelt hat. Quinn geht ebenfalls auf Rashads Schule. Obwohl er Rashad nicht sehr gut kennt, ist Quinn erschüttert über das, was der Polizist Paul ihm angetan hat. Nachher steht er vor der Frage, ob er zu Paul hält oder für Rashad eintritt.

 

Auf dem schwarzen Cover ist in der oberen Hälfte der Titel groß in grüner Schrift aufgedruckt. Darunter ist ein Bild einer zerdrückten Coladose zu sehen. Nachdem ich das Buch gelesen habe, war ich ehrlich gesagt sehr geschockt, dass solche rassistischen Taten immer noch oft unbestraft bleiben. Trotzdem war ich mit dem Buch sehr zufrieden. Besonders gefällt mir, dass die Autoren den Roman aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählen, nämlich aus der von Rashad und aus der Perspektive von Quinn. Das bewirkt, dass man während man eine Passage aus Rashads Perspektive liest, davon überzeugt ist, dass Quinn gegen seinen Freund Paul aussagen muss. Wenn man aber die Geschichte Quinns liest und feststellt, dass Paul ihm immer geholfen hat und immer wie ein großer Bruder für ihn war, kommen einem Zweifel. Quinn hatte sonst nicht viele Menschen in seinem Leben, die ihm nahe standen Das hat zur Folge, dass man sich nicht immer 100-prozentig sicher ist, welche Entscheidung Quinn nun treffen soll. Entweder die Wahrheit sagen und damit Rashad entlasten oder zu seinem guten Freund Paul halten ...

Dieses Hin und Her ist ein Grund dafür, dass man immer weiter lesen muss. Das Buch hat gerade durch das sehr aktuelle Thema mein Interesse geweckt. Die Idee, daraus einen Jugendbuch zu schreiben, ist den Autoren sehr gut gelungen! Ich gebe dem Buch 5 von 5 Sternen.

 

Felix Kistner (15) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Zeitgeschehen