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Ohne. Ende. Leben. von Bray, Libba, Jugendbücher, Aus dem Leben, Abenteuer

Ohne. Ende. Leben.

Bray, Libba

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2011

Verlag: dtv

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783423248792

Inhalt

Der 16-jährige Cameron ist nicht gerade der Beliebteste. Seine Gedanken kreisen hauptsächlich um sich selbst, sein armseliges Dasein - und um die hübsche, aber unerreichbare Staci. Das ändert sich, als er unheilbar an Creutzfeldt-Jakob, auch bekannt als Rinderwahnsinn, erkrankt. Seine einzige Hoffnung ist Dulcie, ein Engel mit pinken Haaren und Springerstiefeln, die ihn auf eine Mission schickt: Zusammen mit seinem Krankenhaus-Bettnachbarn soll Cameron den Zeichen folgen, Dr. X finden und das Universum retten. Keine leichte Aufgabe, aber, wie es aussieht, die letzte Chance, geheilt zu werden.
Alles nur ein Traum? Möglich. Trotzdem ist das, was Cameron in den folgenden zwei Wochen erlebt, mehr als in den ganzen 16 Jahren zuvor.

Bewertung

Cameron hat es nicht einfach: Mit seinen Eltern verbindet ihn ein eher abgeflautes Verhältnis, seine Zwillingsschwester kann ihn nicht ausstehen und Freunde kann er auch nicht wirklich benennen. Er ist eher Durchschnitt, vielleicht sogar drunter, bekommt die Schule nicht anständig gebacken und auch keine Dates. Cameron hat so ziemlich ein ödes Leben, bis er an Creutzfeld-Jakob, also Rinderwahnsinn, also BSE, erkrankt. Denn plötzlich ist sein Leben gar nicht mehr so lang, es neigt sich verdammt schnell dem Ende zu.
Da taucht der pinkhaarige Punkerengel Dulcie, mit den Springerstiefel und musterwechselnden Flügeln, auf und verkündet ihm, dass es eine Mission für ihn gäbe, einen irgendwo im Universum verschollenen Wissenschaftler namens Dr. X zu finden. Klingt erst mal komisch, wird aber noch bizarrer, denn der Roadtrip, der dann für Cameron und seinen kleinwüchsigen Panikkumpel Gonzo beginnt, entpuppt sich als wahrer Hindernislauf: Sie folgen scheinbar zufälligen (oder doch vom Schicksal geschalteten?) Zeitungsannoncen, landen beim Mardi Gras und einer Fernsehparty, flüchten vor der KIGSNAB (Kirche der immerwährenden Glückseligkeit und Snack´n´Bowl) und den Vereinigten Schneekugel-Großhändlern - einmal durch den amerikanischen Süden, um schließlich in Disneyland zu landen.
Man weiß nie, ob Cameron den Trip träumt, vom Krankenhaus oder einem Aufenthalt ganz woanders. Ständig verschieben sich die Grenzen zwischen den Welten, in der Cameron sich befindet. Vielleich ist es aber auch der Beweis der Parallelweltentheorie, die im Buch immer wieder auftaucht ;)
Ein rasender Roman, der auf seinen Stationen so viele andere Geschichten streift, dass es wie eine Sammlung von abgefahrenen und schwer begreiflichen Kurzgeschichten erscheint. Libba Brays Schreibstil und Sprache sind dabei so jugendlich authentisch, dass man fast glaubt, man wäre mit Cameron befreundet und säße neben ihm auf der Fahrt ins Ungewisse.
Ich würde "Ohne. Ende. Leben" gerne die volle Sternezahl geben, weil ich sehr positiv überrascht war, aber leider muss ich einen Stern abziehen, da mir die "Drogenverherrlichung" des Buches wirklich gegen den Strich ging. Dass es Teil der Jugend ist und als Thema aufgegriffen wird, finde ich verständlich und passend, leider jedoch bleibt der Umgang (Missbrauch) mit Drogen unreflektiert und wird kaum gewertet. Es gibt keine Kritik am Konsum. Genauso wie Diebstahl (von richtig viel Geld) ganz banal behandelt wird. Gewissenbisse tauchen da bei den Protagonisten nur kurz auf.
Was machen wir aus unserem Leben, mit unserer Zeit? Sind wir zu bequem und "zu erwachsen", Abenteuer zu wagen? Warum kommt man immer erst "aus´m Knick", wenn kaum noch die Gelegenheit dazu bleibt? Die Fragen werden im Roman nicht beantwortet, aber er zeigt, dass man sie sich wirklich mal stellen sollte. 4 Sterne!
Beatrice Buchholz :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Abenteuer