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Opfer von Wung-Sung, Jesper, Jugendbücher, Aus dem Leben, Spannung

Opfer

Lasst uns hier raus!

Wung-Sung, Jesper

Übersetzung: Buchinger, Friederike

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Hanser

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783446250925

Inhalt

Alles fängt ganz harmlos an. Der Direktor bittet die Schüler, nach Schulschluss noch kurz auf dem Gelände zu bleiben: Wegen einer Epidemie müsse man Vorkehrungen treffen. Aber dann wird ein Zaun um die Schule errichtet. Urplötzlich darf niemand mehr das Gelände verlassen. Und über allem schwebt eine Drohne. Als ein Helikopter Essen abwirft und ein Matratzenlager entsteht, scheint für viele ein großes Abenteuer zu beginnen. Doch je länger das Eingesperrtsein dauert und je mehr Lehrer und Schüler erkranken, desto stärker breiten sich Panik und Verzweiflung aus. Aus der kleinen Quarantäne-Gemeinschaft wird ein eigener Kosmos, in dem alle um Freundschaft, Freiheit und das blanke Überleben kämpfen.

Bewertung

An einem heißen Sommertag bricht plötzlich ein unbeliebter Lehrer zusammen und muss ins Krankenhaus gebracht werden. Zuerst denkt sich keiner etwas dabei und all freuen sich auf den Entfall des Unterrichts. Doch dann tauchen plötzlich mysteriöse Regierungsbeamte auf und ein Zaun wird errichtet. Die Schule steht unter Quarantäne und ist nun völlig abgeschnitten von der Außenwelt. Lediglich eine Drohne versorgt sie mit Nahrungsmitteln und Medikamenten, doch sie tötet auch jeden der versucht zu entkommen. Da es keine Fluchtmöglichkeiten gibt und die unbekannte Krankheit immer mehr Opfer fordert, bricht unter den Versammelten Panik aus und sämtliche Normen und Regeln werden aufgegeben.

 

Aufgrund des Klappentextes erwartete ich eine etwas realistischere Version von „Maze Runner“, das Buch ist jedoch nicht in geringster Weise so, denn der Autor schildert auf fast schon poetische Weise, wie das zivilisierte Miteinander versagt, und wie die Schüler versuchen, die Krankheit, den Tod und auch sich gegenseitig zu verstehen und vor allen Dingen zu überleben. Dies spaltet die Überlebenden in verschieden Gruppierungen, die entweder fatalistisch orientiert sind und die Drohne als eine Art Gott verehren und diejenigen, die gegen die unsichtbare Macht kämpfen wollen, die sie in der Schule gefangen hält.

Der Roman behandelt auch den Wert des menschlichen Lebens, wenn die Epidemie ausbricht und Mitgefühl mit dem Risiko von Infektionen und Tod konfrontiert wird. Das Buch umfasst 144 Seiten, ist aber inhaltlich kürzer, da die Seiten jeweils nur etwa zur Hälfe beschreiben sind. Die Handlung sowie die Emotionen sind sowohl authentisch als auch entsetzlich und bedrückend, weshalb man das Buch nicht zwischendurch lesen kann. Außerdem sollte man auch zwischen den Zeilen lesen, um die volle Tragweite des Romans im Bereich Moral und Ethik zu begreifen, weshalb ich das Buch als sinnvolle Schullektüre erachte.

 

Ich vergebe für diese spannende und gleichzeitig tiefgründige Geschichte über Gemeinschaft, Freiheit und den Zerfall von zivilisierten Verhaltensweisen 4 Sterne und empfehle sie Jugendlichen ab etwa 14 Jahren.

 

Ellen Bartsch (14) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Spannung