Jugendbücher  >  Aus dem Leben
Tanz der Tiefseequalle von Höfler, Stefanie, Jugendbücher, Aus dem Leben, Anders sein , Freundschaft

Tanz der Tiefseequalle

Höfler, Stefanie

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2017

Verlag: Beltz & Gelberg

Empfohlen ab: 12 Jahre

ISBN: 9783407822154

Inhalt

Manchmal ist es diese eine Sekunde, die alles entscheidet: Niko, der ziemlich dick ist und sich oft in Parallelwelten träumt, rettet die schöne Sera vor einer Grapschattacke. Sera fordert Niko daraufhin zum Tanzen auf, was verrückt ist und so aufregend anders, wie alles, was in den nächsten Tagen passiert. Vielleicht ist es der Beginn einer Freundschaft von zweien, die gegensätzlicher nicht sein könnten - aber im entscheidenden Moment mutig über ihren Schatten springen.

Bewertung

Niko wird wegen seines Übergewichts in der Schule gemobbt und flüchtet sich daher in das Konstruieren von verrückten Erfindungen. Sera dagegen hat ägyptische Wurzeln, ist hübsch und trotz ihrer wortkargen Art bei ihren Mitschülern beliebt. Auf der Klassenfahrt kommen sich die beiden nun wider allen Voraussichten näher, als Niko Sera vor den aufdringlichen Übergriffen des Rüpels Marko rettet. Doch nun hat Sera die Aufmerksamkeit der Mobber erweckt und es stellt sich die Frage, ob ihre zarte Freundschaft dieser Belastungsprobe standhalten kann.

 

Die Handlung wird aus Sicht der beiden Protagonisten Sera und Niko erzählt und die einzelnen Kapitel unterscheiden sich durch die verwendete Typografie aber auch durch den Schreibstil. Seras Sprache ist eher knapp und simpel und ihre Sätze geprägt von Ellipsen, während Nikos zu ausschweifenden Gedankengängen und blumigen Formulierungen neigt.

Ich glaube, die Charaktere sind für meine Altersklasse zu jung und dadurch zu naiv. Zusätzlich sprechen mich die damaligen Probleme gar nicht mehr an. Die Handlung verlief sehr gradlinig und ohne besondere Spannung auf das auch relativ voraussehbare Ende hin.

Natürlich ist es wichtig das Thema Mobbing zu thematisieren, aber mir persönlich war die Handlung zu schlicht. Das Hauptaugenmerk der Geschichte liegt definitiv auf den verschiedenen Facetten von Mobbing und Ausgrenzung und seiner Entwicklung. Manchmal ist die Entwicklung der Handlung aber auch sehr unglaubwürdig und wirkt von der Autorin an den Haaren herbeigezogen, um das von ihr avisierte Ende erreichen zu können. Außerdem sind die meisten Charaktere sehr stereotypisch gehalten und nicht gerade interessant.

 

Alles in allem kann ich das Buch jüngeren Lesern ab ungefähr 12 Jahren sicher empfehlen, für meine Altersklasse ist es jedoch, meines Empfindens, zu naiv und die Handlung zu schlicht. Die Botschaft, die das Buch vermitteln will, ist wichtig, jedoch für mich nicht optimal umgesetzt, weshalb ich nur 3 von 5 Sternen vergeben kann.

 

Ellen Bartsch (15) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Anders sein , Freundschaft