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Teddy Tilly von Walton, Jessica, Bilderbücher, Zum Vorlesen, Anders sein , Mut & Selbstvertrauen

Teddy Tilly

Walton, Jessica / MacPherson, Dougal

Übersetzung: Stohner, Anu

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Fischer Sauerländer

Empfohlen ab: 4 Jahre

ISBN: 9783737354301

Inhalt

Teddy Thomas möchte kein Teddybär mehr sein. Er möchte lieber Tilly heißen, denn schon lange fühlt er, dass er eigentlich eine Teddybärin ist. Er traut sich nicht, seinem besten Freund davon zu erzählen. Aber mit Finn kann er über alles reden und Finn verischert ihm, dass er ihn immer lieb haben wird, ob er nun Thomas oder Tilly heißt. Tilly ist erleichtert und ihre Freundschaft ist noch viel größer geworden.

Bewertung

Es gibt Themen, die sind auch in der Erwachsenenwelt schwierig und kontrovers diskutiert. Wie viel schwieriger kann es da sein, Kinder angemessen und unverstellt an sie heranzuführen! Vor allem, wenn man vielleicht selbst gar keine Erfahrungen damit an, gleichzeitig aber denkt, dass es für das Kind wichtig sein könnte. An ein solches Thema wagt sich Teddy Tilly heran. Denn Finns Teddybär stellt fest, dass er eigentlich viel lieber eine Bärin wäre. Sie braucht lange, bis sie sich ein Herz nimmt, und Finn davon erzählt. Doch dann geht alles gut: Finn hat überhaupt kein Problem mit Tilly und die Fliege wird einfach zur Haarschleife.

 

Natürlich ist diese sehr harmonische Geschichte vielleicht etwas kurz gegriffen. Natürlich fehlen hier die Probleme, die Tilly im Alltag wohl doch haben würde. Trotzdem werden ihre Ängste durch die wunderbaren Illustrationen Dougal MacPhersons deutlich und es ist klar, dass sowohl Finn als auch Tilly in ihrer Freundschaft wahre Helden sind.

 

Geschlechterrollen und Klischees werden in diesem Buch einfach als vorhanden aber irrelevant abgetan, etwa wenn Finns beste Menschenfreundin am liebsten mit einem Roboter spielt. Zunächst liegt hier der Eindruck nahe, Walton und MacPherson wollten mit solchen Bildern geradezu Holzhammermäßig alle Geschlechterklischees im Negativbild aufzeigen. Doch es gibt auch subtilere Momente. Etwa wenn Tilly sich ihre Fliege wie befreit zur Haarspange umsteckt und Finns Freundin dagegenhält: Gut, wenn dir das gefällt, aber ich schaukle am liebsten mit offenen Haaren. – Mädchen sind eben auch nicht alle gleich und die Spannbreite in der wir uns mit unseren Identitäten bewegen, ist breit. Allen, die sich mit Transsexualität und Genderfragen beschäftigen wollen, sei Teddy Tilly daher sehr ans Herz gelegt. Auch wenn die Botschaft klar und pädagogisch ist, ist das Buch trotzdem gut zu lesen und MacPhersons Illustrationen lassen das Herz für Tilly definitiv höher schlagen.

 

Saskia Geisler :: Redaktion Buecherkinder.de
 

Themen: Anders sein , Mut & Selbstvertrauen