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Wie das Licht von einem erloschenen Stern von Rodtnes, Nicole Boyle, Jugendbücher, Aus dem Leben, Anders sein , Krankheit, Liebe

Wie das Licht von einem erloschenen Stern

Rodtnes, Nicole Boyle

Übersetzung: Haefs, Gabriele

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2016

Verlag: Beltz & Gelberg

Empfohlen ab: 14 Jahre

ISBN: 9783407821041

Inhalt

Seit Vega bei einer Feier gestürzt ist, leidet sie an Aphasie. Sie kann nicht sprechen, kaum lesen und mit noch größerer Mühe schreiben. Auch die Beziehung zu ihrer besten Freundin Ida und ihrem Freund Johan gibt ihr keinen Halt, denn sie kommen mit ihrer Krankheit nicht zurecht. Vega fühlt sich innerlich wie tot und zieht sich immer mehr zurück. Bis sie Theo trifft, der ebenfalls an Aphasie leidet und beide merken, dass sich zusammen leichter ein Weg in ein neues Leben finden lässt.

Bewertung

Das Buch von Nicole Boye Rodtnes thematisiert eine ziemlich unbekannte Krankheit, die Aphasie. Die 17 Jährige Vega erleidet bei einem Sturz einen Gehirnschaden, weshalb sie ihre Sprache verliert. Die Buchstaben verschwimmen beim Lesen, „Wortschlamm“ kommt beim Sprechen raus und manchmal ergeben selbst gesprochene Worte keinen Sinn mehr.

Nach ihrem Unfall verliert Vega viele Freunde, sie isoliert sich und wehrt sich gegen alles was mit der Krankheit zu tun hat – bis sie Theo bei einem Workshop kennenlernt. Doch auch das ist nicht so leicht wie gedacht, denn da wären noch ihr Freund Johan und die beste Freundin Ida, die sich irgendwie merkwürdig verhält. Als wäre das nicht genug, wird Vega immer wieder von Träumen an den Unfall geplagt die dessen Ablauf in Frage stellen. Vega begibt sich auf eine Suche nach Wahrheit, Freundschaft, Liebe – vor allem aber auf eine Suche nach sich selbst.

 

Ein sehr ungewöhnliches, durchaus aber poetisches Thema bietet hier interessanten Stoff für den Roman. Die Wortlosigkeit mithilfe von Worten wiederzugeben erweist sich allerdings als nicht so leicht, so zumindest empfand ich diesen Versuch beim Lesen.

Ein berührendes, mysteriöses Drama, welches unaufgeregt romantisch ist und immer wieder zum Schmunzeln bringt. Ich hatte es an nur einem Abend verschlungen, da die lockere und leichte Sprache schnell zu lesen ist. Das Cover und der Titel, sowie das Thema haben mich sehr angezogen und mich auch nicht enttäuscht, allerdings hätte ich mir allgemein etwas mehr davon erhofft. Die zwar sympathischen, aber doch oberflächlichen Charaktere konnten mich nicht so berühren, wie sie es häufig versuchten. Zudem hat mich die Geschichte sehr an die Erfolgsromane „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ und „We were liars“ erinnert, zwischenzeitig kam es mir wie ein leichter Abklatsch davon vor, so als hätte man die Grundidee einfach nur auf eine andere Krankheit und Charaktere übertragen. Wer allerdings eine leichte Variante dieser Bücher sucht, dem wird es gefallen, alle Fans werden aber eher enttäuscht sein.

 

Die vorhersehbare Handlung und das Fehlen einer besonderen Stimmung machen „Wie das Licht von einem erloschenen Stern“ für mich zu einem sehr durchschnittlichen Jugendbuch, das gut für Zwischendurch ist. Kein Buch das in Erinnerung bleibt, trotzdem hat es mir aber einen schönen Abend beschert, da die Geschichte berührend und schön ist. Für jüngere Leser zwischen 13 und 16 könnte es aber auch mehr als das sein.

3 Sterne für eine schöne Geschichte der aber das gewisse Etwas fehlt.


Elisa Lehmann (17) :: Kinder- und Jugendredaktion Buecherkinder.de

Themen: Anders sein , Krankheit, Liebe